Migratio | 06.09.2012

Solidaritätsaktion zum Sonntag der Völker

Unsere Projekte
       

1. KUBA

Für die „Dienerinnen vom unbefleckten Herz Mariens“

Die Pfarrei zur Heiligen Familie in Santiago de Cuba ist Treffpunkt für viele Bewohner der angrenzenden Viertel. Santiago, die zweitgrößte Stadt Kubas, hat knapp 500.000 Einwohner. Sie gilt als Schmelztiegel der Kulturen, weil sie karibische und afrikanische Traditionen vereint. Man nennt sie Heimat des „Son Cubano“, eines typisch kubanischen Musikstils, wie des kubanischen Karnevals.

Zum Pastoralteam der Pfarrei zur Heiligen Familie gehören drei Schwestern vom Orden der „Dienerinnen vom unbefleckten Herz Mariens“ (Siervas del Corazon Inmaculado de María). Ihr Charisma ist die „Verwirklichung einer Schule der Liebe Gottes“, was sich in vielfältigen pastoralen und humanitären Initiativen ausdrückt. Hatten die Schwestern vor der Revolution noch Schulen geleitet, so haben sie ihre Aktivitäten seitdem auf die Pfarreiseelsorge beschränkt.

Heute sind die Oberin María del Carmen Balmaseda sowie die Schwestern Jeanine Paquin und Colette Rodrigue in mehreren Pfarreien tätig. Sie leiten Katechesen, betreuen Familien, begleiten Paare und einen Gebetskreis, besuchen Kranke und koordinieren den Besuchsdienst in einem Hospital. Zudem helfen sie einmal pro Woche bei der Betreuung von Pilgern im Marienheiligtum von El Cobre. Die Jungfrau von Cobre wird als Patronin Kubas verehrt. 2012 jährt sich zum 400. Mal die Auffindung dieses Marienbildnisses in der Bucht von Nipe im Nordosten des Landes.

Die „Dienerinnen vom unbefleckten Herz Mariens“ wirken seit 1950 auf Kuba und seit 1979 in der Pfarrei Sagrada Familia. Eine Zeit lang konnten sie im Pfarrhaus wohnen. Im August 2010 mussten sie es für Jesuitenpatres räumen, die kurz zuvor die Seelsorge dieser Pfarrei übernommen hatten. Dank erster großzügiger Spenden konnten die drei Ordensschwestern, die lange über keine eigene Unterkunft verfügten, ein herunter gekommenes Haus in der Nachbarschaft erwerben. Alternativen gab es nicht.

Solidaritätsbeitrag Fr. 10’000.--.

2. UKRAINE

„Vorbereitung auf die Ehe“ – Ein Handbuch für Jugendliche (Herausgegeben von der Kommission der Patriarchalkurie der Griechisch-Katholischen Kirche für Familienfragen)

 Es kann als ein Wunder angesehen werden, dass die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine noch existiert. Die Chancen dafür standen denkbar schlecht, denn im Jahre 1946 wurde sie von den Kommunisten zwangsweise aufgelöst, und ihre Bischöfe, Priester und Gläubigen wurden in grausamster und brutalster Weise verfolgt, so dass die Zahl der Märtyrer in die Tausende geht. Im Untergrund lebte diese Kirche jedoch durch den Mut, das Engagement und die Treue ihrer Gläubigen und durch die Gnade Gottes weiter.

 Die Priester, Ordensleute und Laien sind zwar in vorbildlicher Weise engagiert und gehen bis an ihre Grenzen, um das Unmögliche möglich zu machen, aber viele Vorhaben können nur mit finanzieller Hilfe aus dem Ausland verwirklicht werden. Reist man jedoch als „Geldgeber“ in die Ukraine, fragt man sich unweigerlich, wer dabei mehr beschenkt wird: Die Menschen, die unsere Hilfe erhalten, oder nicht vielmehr wir selbst durch das Vorbild, den frischen und lebendigen Glauben, die Kreativität, den Optimismus und die Einsatzfreude der Gläubigen dort.

 Insgesamt hat die Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine heute 6 Millionen Mitglieder.

In der Ostukraine, die überwiegend orthodox geprägt ist, bilden die griechisch-katholischen Gläubigen im Gegensatz zur Westukraine eine Minderheit. Es werden immer mehr. Aber damit Familien, die Kernzellen der Gesellschaft, die christlichen Werte auch wirklich tief in sich verwurzeln, damit sie sie auch im Alltag leben und nur so positiv auf die Entwicklung ihres Landes einwirken können, brauchen sie gute Lehrer und Handreichungen. Die Kirche möchte die postsowjetische Gesellschaft verändern, indem sie die Familie verändert – und zwar schon an ihrem Anfang, vor der Eheschließung. Deshalb hat die Kommission für Familienpastoral der Patriarchalkurie bereits 2003-2008 ein breites und erfolgreiches Programm zur Ehevorbereitung aufgelegt. Aber lange nicht alle Menschen werden damit erreicht. Nur diejenigen, die eine kirchliche Trauung wünschten, waren die Zielgruppe. Beeinflusst vom westlichen Lebensstil leben aber heute auch in der Ukraine viele Paare ohne Trauschein, ist die „Ehe auf Probe“ populär. Die Zahl der Kinder, die in unvollständigen Familien aufwachsen, ist groß. Welche Folgen das für jedes Einzelschicksal, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes hat, ist hinlänglich bekannt.

Deshalb plant die genannte Familienkommission weitere Schritte. Im Herbst 2011 wurde das Konzept für ein Handbuch zur Ehevorbereitung für junge Menschen an einer Reihe von 11. Schulklassen in Lviv erprobt. Zur Zeit arbeitet man an der Erstellung dieses Buchs und möchte in einem dritten Schritt dann in ganztägigen Seminaren das Buch in allen Eparchien und Exarchaten vorstellen und einführen.

 Solidaritätsbeitrag Fr. 10’000.--.

 

3.SCHWEIZ

Minoritäten-, Flüchtlings- undFahrendenseelsorge

 Bei vielen Seelsorgestellen entstehen immer wieder finanzielle Lücken. In diesen Fällen werden ausstehende Beiträge durch die Solidaritätsaktion übernommen.

         

Vergelt’s Gott

Im letzten Jahr durften wir einen Betrag vonFr. 89‘643.00entgegennehmen und möchten Ihnen, auch im Namen jener, denen Ihre Spende zugute kommt, danken. Unser Dank richtet sich auch an die Bischöfe.

Durch die Solidaritätsaktion werden Projekte in jenen Ländern unterstützt, aus denen Migrantinnen und Migranten bei uns leben.

 Die Kollekte ist nicht bischöflich verordnet, wird aber von den Bischöfen zur Unterstützung empfohlen. Alle Spenden werden ohne Abzug von Verwaltungsspesen weitergeleitet. Auch die diesjährigen Projekte möchten wir Ihnen wärmstens empfehlen.

+ Mgr. Martin Gächter
Bischöflicher Delegierter
für Migration      

                                                 

Marco Schmid
migratio
Nationaldirektor