Zum ersten Mal versammelten sich katholische fremdsprachige Gemeinschaften und katholische Gemeinschaften verschiedener Riten aus der ganzen Schweiz zum Tag der Migranten.
Mariastein, 27. September 2026 – Anlässlich des Tages der Migrantinnen und Migranten hat migratio erstmals alle katholischen fremdsprachigen Gemeinschaften sowie katholische Gemeinschaften verschiedener Riten in der Schweiz zu einer gemeinsamen Feier in der Abtei Mariastein eingeladen. Ziel der Veranstaltung, an der mehr als 700 Menschen teilnahmen, war es insbesondere, den kleineren und weniger bekannten, aber ebenso lebendigen und fröhlichen Gemeinschaften Sichtbarkeit zu verleihen und zugleich den Reichtum der katholischen Kirche in ihrer sprachlichen, kulturellen und traditionellen Vielfalt zu würdigen.
Im Einklang mit dem von Papst Leo XIV. für den 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge gewählten Motto „Auch nur eines dieser Kinder“ (Mt 18,5) stand die Aufmerksamkeit für eben diese Gemeinschaften im Mittelpunkt. Die Feier wurde von Musik und Gesängen der eritreischen Gemeinschaft des Ge’ez-Ritus, der afrikanischen Gemeinschft und der ukrainischen Gemeinschaft des byzantinischen Ritus begleitet.
Die Heilige Messe wurde von Bischof Felix Gmür, Bischof der Diözese Basel, geleitet, zu deren Zuständigkeitsbereich auch die Abtei Mariastein gehört. Während der Gabenprozession wurden neben Brot und Wein verschiedene Symbole aus dem Leben von Migrantinnen und Migranten dargebracht, darunter ein Rucksack, ein Paar Sandalen und eine Landkarte.
Bischof Felix Gmür unterstrich die Bedeutung „dieser Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Riten, die eine konkrete Gelegenheit zum Dialog zwischen den unterschiedlichen kirchlichen Realitäten unseres Landes darstellte. Verschiedene Traditionen, die sich in einem einzigen Glauben und in einer einzigen universalen Kirche vereinen, die fähig ist, Vielfalt anzunehmen und in der Pluralität einen Raum der Gemeinschaft zu schaffen.“
Abt Ludwig Ziegerer freut sich, Gastgeber dieser Veranstaltung gewesen zu sein, und erklärt: „Die Eucharistie führt uns zusammen über alle Grenzen hinweg. Wir stehen nicht als Gruppen nebeneinander, sondern wir werden zu einer Gemeinschaft: zum einen Volk Gottes, zum Leib Christi.“
„Teilen“ war das Leitmotiv des Tages. Zum Abschluss der Feier teilten die Mitglieder der über 10 anwesenden Gemeinschaften ihre traditionellen Speisen mit den Teilnehmenden und machten das Treffen zu einem authentischen Fest der Geschwisterlichkeit. Darüber hinaus bereicherten einige der anwesenden Gemeinschaften – darunter Zirkusleute, Fahrende, Slowaken, Tschechen, Kolumbianer, Syro-Malabarer und Portugiesen – das Fest mit ihren traditionellen Liedern und Tänzen. Viele Anwesende zeigten sich dankbar für die Möglichkeit, zusammenzukommen, gemeinsam zu feiern und dabei ihre Kultur mit anderen zu teilen. Beim abschliessenden Segen beteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in verschiedenen Sprachen zu Maria.
Eine von Migration geprägte Kirche
In der Schweiz haben rund 40 Prozent der Katholikinnen und Katholiken, das entspricht etwa eineinhalb Millionen Menschen, einen Migrationshintergrund. Diese Zahl verdeutlicht, wie stark Migrationserfahrungen das Leben der katholischen Kirche im Land prägen und wie selbstverständlich sie zu ihrer Realität gehören.
Die Arbeit von migratio in der Schweiz leistet einen wichtigen Beitrag zur Seelsorge für fremdsprachige katholische Gemeinden und die katholischen Ostkirchen, für Missionen, für Menschen auf der Durchreise und aus der Zirkuswelt sowie für die Betreuung in den Bundesasylzentren.
Für weitere Informationen zum Tag der Migrantinnen und Migranten oder zur Arbeit von migratio steht Ihnen die Nationaldirektorin Isabel Vasquez gerne zur Verfügung.







