Die Geschichte von migratio

als Kommission der Schweizer Bischofskonferenz

Die Einwanderung von ausländischen Immigrantinnen und Immigranten hat die Kirche in der Schweiz ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts beschäftigt. Bereits ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden unter der Federführung vatikanischer Stellen Priester aus Italien in die Schweiz entsandt, welche die Aufgabe hatten, die italienischen Arbeiter, die besonders im Bahn- und Tunnelbau, aber auch beim Aufbau der Industrie beschäftigt waren, pastoral und sozial zu betreuen. Die sog. Missionen für die Fremdarbeiter wurden vor allem in den städtischen Zentren errichtet. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs kehrten die meisten Italiener in ihre Heimat zurück, um den Militärdienst zu leisten. Die Zahl der Italienermissionen wurde reduziert.

Die Schweizer Bischofskonferenz war eine der ersten Institutionen in der Schweiz, welche auf die starke Arbeitsmigration in der Nachkriegszeit mit einer eigenen Kommission reagierte. Auf Anregung kirchlicher Organisationen und der christlichen Gewerkschaften stimmte der damalige Bischof von Basel, Mgr. Franziskus von Streng, der Bildung der „Schweizerischen Katholischen Arbeitsgemeinschaft für die Fremdarbeiter SKA“‘ zu, die sich als Verein konstituierte und ihren Sitz in Luzern hatte. Die SKAF hatte den Auftrag, einerseits die kirchliche Öffentlichkeit auf die wachsende Zahl der Immigranten, vor allem aus Norditalien, und deren Probleme aufmerksam zu machen, andererseits Massnahmen zur Aufnahme, Akzeptanz und Betreuung der Immigranten zu treffen und vorzuschlagen, vor allem für die religiöse und soziale Betreuung der Migrantinnen und Migranten und deren Familien. In diese Prozesse sollten alle kirchlichen Organisationen, die Mitglieder des Vereins SKAF waren, einbezogen werden. 1970 ernannte die Schweizer Bischofskonferenz die SKAF zu ihrer Stabskommission für Migration.

Diesen Status hat die Kommission bis heute behalten, immer wieder angepasst an die neuen Migrationsverhältnisse, die sich vor allem in den letzten Jahren deutlich verändert haben. Ständig blieb aber der Schwerpunkt ihres Auftrags auf der religiösen und sozialen Betreuung in erster Linie der katholischen Immigranten und deren Angehörigen, aber auch auf der Unterstützung der Gläubigen anderer Konfessionen und Religionen beim Aufbau ihrer Gemeinschaften in unserem Land. Im Jahr 2000 beschloss die Schweizer Bischofskonferenz eine Namensänderung in „migratio – Kommission der Schweizer Bischofskonferenz für Migration“. Mit dieser Bezeichnung sollte der Auftrag als kirchliche Kommission deutlicher herausgestellt werden.

Auf Antrag der Schweizer Bischöfe beschlossen die Mitglieder von „migratio“ die Auflösung des Vereins auf Ende September 2008. Die Dienststelle „migratio“ wurde ab dem 1. Oktober 2008 dem Verein Schweizerische Bischofskonferenz unterstellt und strukturell dem Generalsekretariat der Schweizer Bischofskonferenz eingegliedert. Seit 2009 hat migratio ihren Sitz in Fribourg. Mit diesem kurzen Rückblick wird deutlich, dass sich die Schweizer Bischöfe regelmässig und intensiv mit dem Thema Migration und vor allem mit der Migrantenseelsorge auseinandergesetzt haben und weiterhin auseinandersetzen werden.