Migratio | 30.09.2010

Solidaritätsaktion zum Sonntag der Völker 2010

Unsere Projekte

1. SUDAN

Hilfe für das „Save the Saveable School Program“ in der Erzdiözese Khartoum

Vier Millionen Flüchtlinge im eigenen Land und fünf Millionen in den benachbarten Ländern – das ist die traurige Bilanz dieses Krieges.

Aus der Not wurden erste Schulen in den Flüchtlingslagern der Erzdiözese Khartoum gegründet. Sie entstanden in kirchlichen Mehrzweckhallen, an anderen Stellen von den Flüchtlingen errichteten Bambushütten. Aus diesen „community-based“ und „community-supported“ Schulen entwickelte sich unter der Initiative der Erzdiözese Khartoum das “Save the Saveable School Program”. Nachdem die staatlichen, islamistischen Schulen mit ihren ohnehin übervollen Klassen nicht bereit waren, die Flüchtlingskinder aufzunehmen, begann man 1986 mit einer Nothilfe, die ursprünglich nur für etwa 8.500 Schüler geplant war und diese auf den Übergang in Staatsschulen nach dem dritten Grundschuljahr vorbereiten sollte. 1991/92 gab es eine große Umsiedlungsaktion, bei der die Flüchtlinge in weiter entfernten Gebieten – oft mitten in der Wüste – angesiedelt wurden. Auch hierauf reagierte die Kirche: Bis zum Jahr 2000 wurde das Programm kontinuierlich ausgeweitet und umfasst inzwischen das Spektrum vom Kindergarten bis zur 8. Klasse. Fünf Priester, ein Sekretär für Bildungsfragen und ein Exekutivdirektor leiten das Programm, das für inzwischen 54 Schulen (mit insgesamt 517 Klassen) und 66 Kindergärten mit 866 Lehrern sowie 72 sonstige Mitarbeiter in Khartoum und in der Provinz verantwortlich ist. 47 der Schulen befinden sich in Khartoum, in Nord-Khartoum und in Omdurman. Die Zentren außerhalb Khartoums werden von Gemeindepriestern und z.T. von Combonischwestern geleitet.

Bischof Daniel Adwok Marko Kur: „Ohne dieses Programm könnten wir den Flüchtlingskindern keine Bildung vermitteln.[…]Unsere Hoffnung bleibt, dass die Friedensverhandlungen, die zur Zeit stattfinden, irgendwann die Freiheit zurückbringen, so dass die Menschen (vielleicht) wieder in ihre angestammte Heimat zurückkehren können. Wenn echter Frieden in den Sudan kommt, so wird das Programm irgendwann auf natürliche Weise auslaufen. […] Im Augenblick ist es unser Hauptziel durch ihre Hilfe die Schulen geöffnet am Laufen zu halten“.

Solidaritätsbeitrag Fr. 10’000.--.

2. SÜDAFRIKA

Pastoralhilfe der Spiritaner zugunsten von Flüchtlingen in der Erzdiözese Durban

Südafrika, das industrialisierteste Land des schwarzen Kontinents, ist seit 1990 Ziel zahlloser Flüchtlinge aus den Unruheregionen Afrikas und anderer Länder. Aus diesem Grund ist die Erzdiözese Durban seit Februar 2002 in der Flüchtlingsseelsorge tätig. „Unser Schwerpunkt“, sagt Pater Stan Augustijns, „liegt auf der Heilung der Erinnerung, auf Versöhnung und Friedensarbeit.“ Dazu gehört auch Lesen, Schreiben lernen. Bildung ist nötig, dass die Flüchtlinge eine Zukunft haben, aber sie ermöglicht es auch, sobald es die Lage erlaubt, in ihr Ursprungsland zurückkehren können. Etwa 15.000 Flüchtlinge gibt es in der 3-4 Millionenstadt Durban am Indischen Ozean. Von Woche zu Woche werden es mehr. Seit der Gründung von Refugee Pastoral Care wurden 7.300 Flüchtlinge und Asylsuchende in das Hilfsprogramm aufgenommen –Die meisten kommen zurzeit aus dem Simbabwe. Viele kommen aber aus der Region der großen Seen (75%). Sie stammen aber auch aus Mozambique, Malawi und Burundi. Extreme Armut wie in Äthiopien veranlasst ebenfalls viele zur Flucht nach Durban. Der RPC hat während der ersten Monate dieses Jahres wieder 1185 Neuankömmlinge betreut. Rund 60% von ihnen sind Katholiken.All diese Menschen – die meisten sind Jugendliche und Kinder - sind traumatisiert, krank, benötigen Essen, eine Unterkunft, Kleidung und geistlichen Beistand.

„Ohne einen Hirten für unsere Flüchtlingskinder“, sagt Pater Stan Augustijns, „leiden sie an Unterernährung, Krankheiten, fehlender Bildung, sexuellem Missbrauch, Schikanierung und sind oft gezwungen illegal ihren Lebensunterhalt zu verdienen, [ganz zu schweigen von der weiterhin herrschenden Fremdenfeindlichkeit“.

„Pater Stan Augustijns, Flüchtlingsseelsorger der Erzdiözese Durban, bittet Sie um Unterstützung für die Schulausbildung der Flüchtlingskinder. Missionsschwestern des Hl. Petrus Claver unterstützen Pater Augustijns bei der Schulbildung für Flüchtlingskinder. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass unser Nähprojekt, das von den Flüchtlingen selbst geleitet wird, dieses Projekt bereits mit Schuluniformen für das zweite Halbjahr unterstützt hat. Wir müssen außerdem die Anstrengungen der wirklich armen Eltern bewundern, die die Fahrtkosten zur Schule selbst aufbringen. Sie und Ihre Unterstützung war und ist für sie eine Ermutigung, sich diese Opfer abzuverlangen, um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen.

Solidaritätsbeitrag Fr. 10’000.--.

3. SCHWEIZ

Minoritäten-, Flüchtlings- und Fahrendenseelsorge

Bei vielen Seelsorgestellen entstehen immer wieder finanzielle Lücken, weil verschiedene kantonalkirchliche Organisationen nicht mehr in der Lage sind, den vollen Beitrag an diese Stellen zu übernehmen. In diesen Fällen werden ausstehende Beiträge durch die Solidaritätsaktion übernommen. Ebenfalls möchten wir Priesterstudenten aus aussereuropäischen Ländern unterstützen.

Vergelt’s Gott
Im letzten Jahr durften wir einen Betrag von Fr. 71‘614.75 entgegennehmen und möchten Ihnen, auch im Namen jener, denen Ihre Spende zugute kommt, danken.Unser Dank richtet sich auch an die Bischöfe.

Durch die Solidaritätsaktion werden Projekte in jenen Ländern unterstützt, aus denen Migrantinnen und Migranten bei uns leben.

Die Kollekte ist nicht bischöflich verordnet, wird aber von den Bischöfen zur Unterstützung empfohlen. Alle Spenden werden ohne Abzug von Verwaltungsspesen weitergeleitet. Auch die diesjährigen Projekte möchten wir Ihnen wärmstens empfehlen.

+ Mgr. Martin Gächter
Bischöflicher Delegierter
für Migration

Marco Schmid
migratio
Nationaldirektor

Freiburg, September 2010