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Don Mussie Zerai Yosief
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Eritreisch

Die katholisch eritreische Gemeinde des Ge'ez Ritus wird durch einen Priesterstudenten betreut.

      
     

Zahlen zur Einwanderung in die Schweiz

Gemäss Bundesstatistiken lebten 2010 über 10'000 Eritreer und Äthiopier in der Schweiz. Etwa zwei Drittel haben eine feste Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, und ein Drittel befindet sich im Asylverfahrensbereich. Da die Asylgewährungsquote für Eritreer in der Schweiz hoch ist, kann in Zukunft mit einer steigenden Zahl von Eritreern und Äthiopiern gerechnet werden. Hinzukommt die Familienzusammenführung, die in nächster Zukunft immer mehr zur Anwendung kommen wird.        

Leider gibt es keine Bundesstatistiken, die über die Religionszugehörigkeit der Migranten und Migrantinnen Auskunft geben. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass etwa 90 % der Eritreer und Äthiopier in der Schweiz Christen sind. Die Mehrheit zählt sich zu den orthodoxen Kirchen. Die Katholiken zählen zur Zeit gegen 3'500 Personen. Geographisch sind die Eritreer und Äthiopier über die ganze Schweiz verteilt. Als soziale Zentren gelten Zürich, Genf, Lausanne, Lugano, Solothurn, Freiburg, Neuenburg, Aarau, Sion, Bern, Basel, St. Gallen und Luzern.

        

Glaubensgemeinschaften in Eritrea und Äthiopien

Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften in den beiden Ländern sind die Muslime (Sunniten) und Christen. Bei den Letzteren dominieren heute die äthiopisch- bzw. eritreisch-orthodoxen Gläubigen neben reformierten, freikirchlichen und katholischen Minderheiten. Das Verhältnis zwischen den Muslimen und Christen ist gut. Eine besondere Gruppe sind die äthiopischen Juden, die von staatlichen und religiösen Autoritäten von Israel als Juden anerkannt wurden. Die meisten sind heute nach Israel ausgewandert.

Das Christentum in Äthiopien und Eritrea hat eine besondere Verbindung zum Judentum. Gemäss einer Legende soll die Bundeslade von einem Sohn (Menelik I.) des Königs Salomon und der Königin von Saba nach Äthiopien gebracht worden sein (vgl. 1Kön 10,1-13). Noch heute hat die Verehrung der Bundeslade, der Gesetzestafeln und andere alttestamentliche Bräuche (Sabbateinhaltung, rituelle Reinheit, etc.) in den eritreisch- und äthiopisch-orthodoxen Kirchen eine wichtige Bedeutung.
Bereits das neue Testament bezeugt in der Apostelgeschichte (8,26-40) die Anwesenheit von Christen in Äthiopien. Als die eigentlichen Säulen und christlichen Missionare Äthiopiens und Eritreas gelten aus dem 4. Jahrhundert aber die beiden Sklaven Ädesios und Frumentius. Letzterer wurde vom damaligen Patriarchen von Alexandria zum Bischof geweiht.

Im 6. Jahrhundert kam es aufgrund christologischer Meinungsverschiedenheiten zu einer Trennung zwischen Alexandria und Rom, aus der die koptische Kirche hervorging. Zwischen dem 13.-18. Jahrhundert versuchten katholische Missionare die Einheit mit Rom wieder herzustellen, jedoch mit wenig Erfolg. Erst aufgrund der Präsenz der Kolonialmächte im 19. Jahrhundert wuchs die Zahl der koptischen Gläubigen, die sich zu Rom bekannten. Heute geht man von etwa 250'000 mit Rom verbundenen, also katholischen Gläubigen aus, die sich je zur Hälfte auf Eritrea und Äthiopien verteilen. Durch Trennung von der koptischen Kirche entstand neben der katholischen Kirche 1959 auch die äthiopisch-orthodoxe Kirche, und 1998 die eritreisch-orthodoxe Kirche.

Heute gibt es sechs katholische Diözesen, drei in Eritrea und drei in Äthiopien. Obwohl sich die beiden Nationen und die orthodoxen Kirchen von Äthiopien und Eritrea getrennt haben, sind die katholischen Bischöfe der beiden Länder weiterhin vereint in einer Bischofskonferenz. Die katholische Kirche ist eng mit den orthodoxen Kirchen verbunden. So feiern beide den sogenannten orientalisch-alexandrinischen Ritus, der von der altäthiopischen Ge'ez-Sprache geprägt ist, und zu den ältesten christlichen Liturgien gezählt wird.