Gemeinsame Erklärung

     

Treffen vom 19. Oktober 2011 in Zürich zwischen den Delegationen der Italienischen und
Schweizer Bischofskonferenz, sowie der italienischsprachigen Koordination in der Schweiz.

   
       

Das bilaterale Treffen gab den Teilnehmern die Gelegenheit folgende Punkte zu formulieren:

  • Angesichts der Tatsache, dass die Migration die Kirche in der Schweiz wesentlich prägt und viele Ämter und andere kirchliche Dienste von Zuwanderern getragen werden, die katholische Kirche keine solide Zukunft ohne die MigrantInnen und ihrer Kinder haben wird.
  • Grund zur Besorgnis ist die sinkende Zahl von Priestern auch in Italien, und der damit verbundene Rückgang von Missionen und Missionare, deren Altersdurchschnitt steigt. Selbst in den grossen sozialen Zentren der Italiener, wie den Städten, werden in nächster Zukunft mehrere Missionare (Diözesane und Ordensleute) die Alterslimite erreichen und vom seelsorgerlichen Dienst zurücktreten, mit dem Risiko nicht mehr ersetzt werden zu können.
  • Man stellt fest, dass eine Nachfrage der italienischsprachigen Gemeinschaften nach einer Seelsorge in ihrer Sprache und Kultur weiterhin besteht.
  • Im Lichte der Instruktion  Erga migrantes caritas Christi soll vermehrt neben den traditionellen Modellen der Migrationspastoral intensiver nach neuen Modellen, die das Zusammenwirken von Pfarreien und Missionen verstärken, gesucht werden.
  • Die Rolle von engagierten Laien und ausgebildeten Theologen in den Missionen ist zu vertiefen.
  • Das gute Gelingen der seelsorgerlichen Arbeit hängt von der Person ab, weshalb der Aus- und Weiterbildung wichtige Bedeutung zuzumessen sind.
  • Der italienische Theologiekurs für Laien wird von den Teilnehmern begrüsst. Die Teilnahme ist weiterhin zu fördern, und die Zulassung zu weiterführenden theologischen Ausbildungswegen zu prüfen.
  • In den theologischen Ausbildungsgängen ist das Thema Migration und ihre Folgen für die Kirche und Gesellschaft als fester Bestandteil aufzunehmen.
  • Die Forschung im Bereich Migration und Kirche ist grundsätzlich zu fördern. Man will auch im Gespräch bleiben, um ein gemeinsames Forschungsprojekt zu den italienischsprachigen Missionen in der Schweiz durchzuführen.
  • Man ist sich einig, dass die Vorbereitung der Seelsorger auf einen Dienst im Ausland sehr wichtig ist, und dass sowohl die Herkunfts- wie auch die Ankunftskirche dafür besorgt sein muss. Besonders auf gute Sprachkenntnisse muss Wert gelegt werden.
  • Die Kandidaten für einen seelsorgerlichen Dienst in einer italienischsprachigen Gemeinde/Mission in der Schweiz sollen vor der definitiven Entscheidung mindestens eine Woche den Wirkungsort und die Umstände kennenlernen.
  • Es ist zu fördern, dass italienischsprachige Seelsorger, bevor sie den seelsorglichen Dienst antreten, für einige Monate in einer Pfarrei oder Mission mitarbeiten, um das kirchliche und kulturelle Leben in der Schweiz kennenzulernen.
  • Die Kommunikationsmittel sind ein wichtiges Instrument für die Seelsorge und die gegenseitige Integration. Man dankt allen, die sich in diesem Bereich engagieren, besonders den Verantwortlichen des Internetprotal www.lemissioni.net und der Wochenzeitschrift „Corriere degli Italiani“.
  • Das Amt des nationalen Koordinators als Begleiter der Missionare und pastoralen MitarbeiterInnen und als Brückenbauer zwischen der Schweizer und Italienischen Bischofskonferenz, wie auch zwischen den Missionen und den örtlichen kirchlichen Autoritäten, wird von den Teilnehmern als wichtig erachtet.
  • Die Präsidenten und die Leiter von migratio und Migrantes danken Mgr. Leandro Tagliaferro für seinen Einsatz als nationaler Koordinator für die italienischsprachigen Missionen, und sichern dem neuen nationalen  Koordinator, Don Carlo De Stasio, die Unterstützung von beiden Bischofskonferenzen zu.
  • Es wurde der Wunsch geäussert, solche Treffen zwischen Delegationen der beiden Bischofskonferenzen und der italienischsprachigen Koordination weiterzuführen.
      

Die Teilnehmer des Treffens:

Delegation der Italienischen Bischofskonferenz:

  • S.E. Mons. Bruno Schettino, Präsident der Fondazione Migrantes
  • Mons. Giancarlo Perego, Generaldirektor der Fondazione Migrantes

Delegation der Schweizer Bischofskonferenz:

  • S.E. Mons. Martin Gächter, Delegierter der SBK für die Anderssprachigenseelsorge
  • Herr Marco Schmid, Nationaldirektor der Anderssprachigenseelsorge.
  • Vertreter der italienischensprachigen Koordination in der Schweiz:
  • Mons. Leandro Tagliaferro, nationaler Koordinator
  • Don Carlo De Stasio, neugewählter nationaler Koordinator
  • Don Francesco Diodati, Missionar Kreuzlingen, (Protokollant)