SBK-CES-CVS Schweizer Bischofskonferenz | 02.02.1996

Stellungnahme und Empfehlungen der Schweizer Bischofskonferenz

Zur derzeitigen Situation der Fremdsprachigenseelsorge in der Schweiz

Die Fremdsprachigenseelsorge in der Schweiz steht heute vor wichtigen Entscheiden. Immer mehr kommen Mitchristen aus ausser-europäischen Ländern zu uns. Sie erwarten, dass sie von der Kirche in ihrer Eigenart angenommen werden und jenen seelsorglichen Dienst erhalten, der ihnen die Pflege des religiösen Lebens ihrer Mentalität entsprechend ermöglicht. Mit diesem Dienst vermittelt ihnen die Kirche Heimat und Geborgenheit. Die Kirche in unserem Land wird damit selber zum Zeichen der weltumspannenden Gemeinschaft der Glaubenden. Wie antworten wir als Kirche auf diese Anfragen unserer fremdsprachigen Mitchristen?
  Die fremdsprachigen Christen, die in grösserer Zahl und seit längerer Zeit in unserem Land leben, sind verunsichert. Sie haben oft den Eindruck, dass ihre Seelsorge nur geduldet, aber nicht anerkannt ist. Oft sind sie heute der Kritik ausgesetzt, die verschiedene Ursachen hat:

  • Von Seelsorgern wird nicht selten bemängelt, dass keine oder nur eine geringe Zusammenarbeit zwischen den Missionen und den Pfarreien besteht.
  • Von kirchlichen Verwaltungen werden die steigenden Aufwendungen für die Missionen kritisiert.
  • Von gewissen Seiten wird das derzeitige Modell der Sprachmissionen hinterfragt.

Die Schweizer Bischofskonferenz erachtet die Fremdsprachigenseelsorge als einen wichtigen Dienst am Menschen, der als Fremder bei uns wohnt. Regelmässig befasst sie sich mit diesem Anliegen und befürwortet jede Hilfe, welche die ausländischen Mitchristen in unserem Land für das Wachsen des religiösen Lebens benötigen. Die Bischöfe sind sich bewusst, dass Mitchristen fremder Herkunft auch in Zukunft in unserem Land und in unserer Kirche anwesend sein werden. Sie prägen schon heute diese Kirche, in der sich Einheit und Vielfalt ergänzen. Sie werden auch in den kommenden Jahren das Leben unserer kirchlichen Gemeinschaft bereichern.
  Deshalb haben wir diese Stellungnahme verabschiedet. Sie gibt eine Übersicht über die Vielfalt der kirchlichen Dienste an den fremdsprachigen Gläubigen (1. Die aktuelle Situation); wir stellen Überlegungen an über die gemeinsame Zukunft (2. Mögliche Entwicklungen und Erwartungen) und unterbreiten Vorschläge zur besseren Akzeptanz (3. Empfehlungen). Wir wünschen, dass dieses Dokument nicht allein zur Kenntnis genommen wird, sondern dass es zu konkreten Schritten führt, welche die Einheit der Christen in unserem Land fördern.
  
  I. Die Aktuelle Situation
  Die gegenwärtige Diskussion über die Ausländer- und Asylpolitik, über Fragen zu Überfremdung und Integration und über die erhöhte Präsenz von Menschen, die nicht aus unserem abendländisch-christlichen Kulturkreis stammen, macht offenkundig, dass sich die Migration in den letzten Jahren wesentlich verändert hat. Damit stellen sich neue Herausforderungen an die Gesellschaft, an die Politik, an die Schulen und an alle Menschen, die in diesem Land wohnen. Auch an die Kirchen richten sich Fragen, die das Zusammenleben von Menschen verschiedenster Herkunft betreffen.
  Deutlich spürbar ist der Wandel aufgrund der Herkunftsgebiete der Immigranten: Während die Zahl der Italiener und Spanier leicht rückläufig ist, steigt die Zahl der Immigranten aus Portugal, aus den Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens und aus ausser-europäischen Ländern an. Auch die Migrationsgründe haben sich verändert: Neben der weiterhin starken Arbeitsmigration hat die Asylmigration zugenommen; zudem ist festzustellen, dass die prozentual grösste Immigration gegenwärtig durch den Familiennnachzug erfolgt.
  Viele Menschen in unserem Land reagieren gegenüber den Migranten in gegensätzlicher Art: Die einen setzen sich ein für eine Schweiz, die allen Menschen offenstehen soll; andere lehnen die Migranten ab und fordern einen weitgehenden Einhalt der Immigration. Es ist aber eine Tatsache, dass die Ablehnung der Fremden vielfach nur Zeichen einer allgemeinen Verunsicherung ist, wie sie heute deutlich feststellbar ist. Dazu kommen Isolation und Vereinsamung, die immer stärker zu einer "Gesellschaft der Anonymität" führen. Zwischenmenschliche und gesellschaftliche Beziehungen werden reduziert. Sie werden auch gegenüber den Immigranten nur so weit als nötig wahrgenommen. Für die Immigranten selber besteht die Gefahr, dass sie sich in ein selbstgewähltes Getto zurückziehen und die Beziehungen mit der einheimischen Gesellschaft auf das Notwendige beschränken. Damit werden sie in unserem Land heimatlos, zumal sich ihre sozialen Beziehungen, die sie im Herkunftsland hatten, auflösen. Es besteht die Gefahr, dass die Kluft zwischen Einheimischen und Immigranten immer grösser wird.
  Diese Tendenzen sind auch in der Kirche spürbar. In den vergangenen Jahren wurde ein tragfähiges Netz von Seelsorgestellen für die katholischen Immigranten, die sog. Fremdsprachigenmissionen aufgebaut. Die Seelsorger für die Migranten nehmen ihre Aufgabe wahr, die Frohe Botschaft jenen Menschen zu verkünden, die aufgrund ihrer Herkunft und Sprache nicht vollumfänglich am Leben der Pfarreien teilnehmen können. Mit ihrem pastoralen Dienst geben sie den Immigranten Halt und Sicherheit und helfen ihnen, den Glauben in einer veränderten Umwelt zu leben.
  Ende 1995 bestanden in der Schweiz 161 Missionen mit 177 Priestern im Vollamt, 5 Priestern im Halbamt, 1 Priester im Nebenamt, 2 Diakonen und 23 Seelsorgehilfen. 3 Priester, die im Ausland wohnen, kommen zu regelmässigen Pastoralbesuchen in die Schweiz. Gesamthaft betreuen sie Menschen aus 18 verschiedenen Sprachgruppen .
  Aber auch für die Missionen macht sich der Seelsorgermangel deutlich. Zudem werden die finanziellen Mittel, die den Kirchen zur Verfügung stehen, knapper. Damit ist es schwieriger geworden, den pastoralen Bedürfnissen der heutigen Immigranten zu entsprechen. Neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Pfarreien und Missionen werden gesucht.
  Wo die pastoralen und die diakonischen Dienste der Kirche für die Immigranten fehlen und wo die sozialen Bezüge auseinanderbrechen, wächst die Gefahr, dass gerade gläubige Immigranten in den Sekten ein neues Beziehungsnetz finden. Es ist eine Realität, dass die Sekten unter den Immigranten ein neues Wirkungsfeld gefunden haben und mit fragwürdigen Methoden neue Anhänger werben. Unter der Belastung der Migration brechen auch immer häufiger eheliche Partnerschaften und Familien auseinander. In diesen Situationen ist oft der Seelsorger, der mit Sprache und Herkunft der Immigranten vertraut ist, die einzige Person, die diesen Menschen in ihren Nöten helfen kann.
  Die Kirche ist gefordert, auf die aktuellen Fragen eine Antwort zu geben und sich den neuen Herausforderungen durch die Migration zu stellen, gerade in Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft von Einheimischen und Immigranten in diesem Land. Von ihrem Selbstverständnis her ist die kirchliche Gemeinschaft eine Gemeinschaft von Völkern, die sich in den Pfarreien und Gemeinden realisiert.
  
  II. Mögliche Entwicklungen und Erwartungen
  Nach den jetzigen Tendenzen ist auch in den kommenden Jahren mit einer Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa und vor allem aus ausser-europäischen Ländern zu rechnen. Dabei werden immer auch katholische Minderheiten aus verschiedenen Kultur- und Sprachkreisen in die Schweiz kommen. Fortsetzen, möglicherweise in geringerer Form als heute, wird sich die Einwanderung aus Portugal. Dagegen wird die Immigration aus den Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens aufgrund der geänderten schweizerischen Ausländerpolitik deutlich zurückgehen.
  Es ist auch kaum damit zu rechnen, dass die Immigration aus Italien und Spanien bedeutsamer als heute werden wird, auch wenn die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union die Freizügigkeit im Personenverkehr zum Abschluss gebracht werden, da die "offenen Grenzen" zwischen den Staaten der Europäischen Union keine neuen Migrationsströme ausgelöst haben. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn sich die Wirtschaft in unserem Land auf einem tieferen Niveau einpendeln wird.
  Dennoch wird es unsere Aufgabe bleiben, sensibel auf die neue Migrationen zu reagieren. Dabei ist vor allem an jene Mitchristen zu denken, die aus entfernteren Gebieten in unser Land kommen und die besonderen Dienste der Kirche benötigen. Dies ist bereits heute der Fall, dass Christen, die in der Minderheitensituation bei uns wohnen, eigene Seelsorger erbitten. Anfragen für eine eigene Sprachseelsorge liegen vor von Seiten

  • der katholischen Inder aus Kerala mit dem syro-malabarischen Ritus,
  • der afrikanischen Immigranten aus dem französischen oder englischen Sprachraum oder mit einem eigenen Ritus (z.B. Zairer),
  • der Unierten aus den verschiedenen Kulturen (Griechen, Araber usw.).

Aufgrund der Minderheitensituation, die weitere Immigranten betreffen werden sind neue Seelsorgsformen zu prüfen, die den berechtigen Anliegen dieser Mitchristen entsprechen. Auch wenn für sie keine vollamtlichen Seelsorgestellen geschaffen werden können, muss das Seelsorgeangebot aber verbessert werden, die ihren besonderen Anliegen, ihrer Sprache, ihrer Mentalität, ihrer spezifischen Volksfrömmigkeit oder ihrem eigenen Ritus Rechnung tragen werden.
  Eine Umfrage bei allen Dekanen in der Schweiz, die im Frühjahr 1995 durchgeführt wurde, hat deutlich gemacht, dass eine prioritäre Forderung die Zusammenarbeit zwischen Pfarreien und Missionen ist. Das gleiche Anliegen haben auch die Italienermissionare anlässlich des Convegno 1994 auf die "Wunschliste" gesetzt. In diesem Bereich besteht ein erheblicher Nachholbedarf. Neue Modelle der "gemeinsamen Pastoral" sind deshalb zu prüfen.
  Die finanziellen Probleme der kantonalkirchlichen Gremien und kirchlichen Verwaltungen, teilweise bereits auch der Kirchgemeinden, können bei der Seelsorgeplanung nicht ausser acht gelassen werden. Der Entscheidungsdruck durch die kantonalkirchlichen Gremien und kirchlichen Verwaltungen wird angesichts der angespannten Finanzlage immer stärker. Die bessere Information über die pastoralen Notwendigkeiten und Bedürfnisse, auch für die Anliegen der Immigranten, wird eine neue Aufgabe sein.
  Nicht ausser acht gelassen werden darf, dass die Sprachseelsorgen mit eigenen Priestern die Aufgaben der Pfarreiseelsorger entlasten. Zudem besteht die Möglichkeit, diese Priester zu einem späteren Zeitpunkt mit pastoralen Aufgaben in den Territorialgemeinden zu betrauen. Ferner nehmen die Sprachseelsorger vor allem gegenüber neuen Immigranten auch soziale Aufgaben wahr, die von keiner Stelle wahrgenommen werden: Der Priester ist die erste Anlaufstelle in allen Lebensfragen.
  Es ist eine immer wieder gemachte Feststellung, dass neue Immigranten einen Priester, nicht Laien in ihren Anliegen wünschen. Die meisten Immigranten der ersten Generation bleiben dauernd "priester-zentriert". Auch viele Angehörige der zweiten Generation fühlen sich mit der Mission verbunden, weil die Gruppe kleiner, persönlicher und übersichtlicher ist.
  In den letzten Jahren wurden von verschiedenen kantonalkirchlichen Gremien und kirchlichen Verwaltungen Berichte zur Ausländerseelsorge angefordert oder erstellt. Diese haben nicht immer die gleiche Zielsetzung. Einige erwarten die aktuelle Bestandeserhebung mit einem kurzen Ausblick über mögliche Entwicklungen, andere fordern eine Art Pastoralplanung. Vielfach werden diese Berichte ohne direkten Einbezug des Ordinariates oder der betroffenen Missionen erstellt. Die Pastoralplanung ist eine wichtige Aufgabe der Ordinariate, die sich gerade in Hinblick auf die schwierige seelsorgerliche Situation mit der "Pastoral der Zukunft" auseinandersetzen müssen.
  
  III. Empfehlungen
  Die Schweizer Bischofskonferenz beurteilt mit Sorge die zukünftige Situation der Fremdsprachigenseelsorge in unserem Land. Sie richtet deshalb folgende Empfehlungen an die Priester und die Gläubigen ihrer Diözesen:

  • Die globalen Migrationen haben heute ein unvorstellbares Ausmass angenommen. Die Ursachen sind vielfältig: Suche nach Arbeit, Verdienst und neuen Lebensperspektiven, Flucht vor Krieg, Bürgerkrieg und Verfolgung, Schutz vor Hunger, Umweltkatastrophen und Krankheiten usw. Europa - und damit auch unser Land - ist in diese Entwicklung miteinbezogen. Wir können gegenüber den Tragödien nicht die Augen verschliessen. Wir können uns auch nicht gegenüber den menschlichen Schicksalen der Migranten abschotten.
  • Wir sind uns bewusst, dass unser Land nicht alle Probleme der Migranten lösen kann. Aber wir alle können einen Beitrag dazu leisten, dass das Leiden der Menschen in dieser Welt geringer wird. Dazu kann jeder und jede beitragen durch Anteilnahme und konkrete Hilfe dort, wo sie der Mitmensch benötigt.
  • Der spezifische Beitrag der Kirche in unserem Land an jene Menschen, die als Fremde zu uns kommen, ist in erster Linie die Sorge um ihr ganzheitlich menschliches Wohlbefinden. Dabei betrachten wir die Pflege des religiösen Lebens in Gemeinschaft als ein Wesenselement des Menschen, das ihm auch in einer fremden Umgebung Sicherheit und Halt gibt. Wir unterstützen deshalb alle Bemühungen um den Aufbau und den Erhalt der Fremdsprachigenseelsorge in unserem Land.
  • Die Fremdsprachigenseelsorge ist eine pastorale Aufgabe, die in besonderer Weise der Sorge der Bischöfe übertragen ist und für die sie die Erstverantwortlichen sind. Die Missionen sind Teil der diözesanen Ortskirche in unserem Land. Sie sind deshalb in gleicher Weise zu behandeln wie die Pfarreien, wo es die Stellung der Mission (Personalpfarrei, missio cum cura animarum) erlaubt.
  • Die kantonalkirchlichen Gremien und die kirchlichen Verwaltungen, welche finanziell und administrativ für die Fremdsprachigenseelsorge Verantwortung tragen, bitten wir um eine angemessene Unterstützung der Seelsorgestellen, wobei wir uns aber bewusst sind, dass der Rückgang der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel Schranken setzt bei der Errichtung oder der Weiterführung von Missionen. Verschiedene landeskirchliche Synoden haben die Einsetzung einer Kommission für die Fremdsprachigenmissionen beschlossen: Wir begrüssen es, dass damit Formen der direkten Mitsprache von Ausländern geschaffen werden, vor allem dort, wo das kirchliche Stimm- und Wahlrecht für Ausländer noch nicht eingeführt wurde.
  • Die Veränderungen in der Immigration verlangen eine stete Beurteilung der Notwendigkeit der Fremdsprachigenseelsorge. Die Pastoralplanung ist in den Diözesen zusammen mit den Verantwortlichen für die Fremdsprachigenseelsorge und den administrativen Gremien vorzunehmen.
  • Nicht allein der Seelsorgermangel, sondern vor allem die eine Kirche als Volk Gottes macht die engere Zusammenarbeit zwischen Priestern und Seelsorgerinnen und Seelsorgern verschiedener Herkunft unumgänglich. Deshalb wünschen wir, dass vermehrt Formen der gemeinsamen Pastoral geprüft und in Kraft gesetzt werden.
  • In allen seelsorgerlichen Diensten gehört die Begegnung mit Menschen fremder Herkunft zum Alltag. Kein Seelsorger und keine Seelsorgerin kommt an diesem Faktum vorbei. Deshalb ist bei der Ausbildung zukünftiger Seelsorgerinnen und Seelsorger dieser Tatsache Rechnung zu tragen: Es ist unumgänglich, dass die Migration ins Curriculum der Vorlesungen aufgenommen wird. Im besonderen soll in den Praktika der zukünftigen Seelsorgerinnen und Seelsorger die Möglichkeit zur Begegnung mit Migranten verschiedener Herkunft geschaffen werden. Ebenfalls wünschen wir, dass in der Fort- und Weiterbildung der Seelsorger Fragen der Migration und der Migrantenpastoral behandelt werden.
  • Auch in den Fremdsprachigenmissionen wird der Mangel an Seelsorgern spürbar. Deshalb sind Formen der theologischen Ausbildung für fremdsprachige Ordensschwestern und Laien zu prüfen, die in Zusammenarbeit mit einem Priester die pastoralen Dienste an ihren Landsleuten wahrnehmen können. Dabei sind für die Seelsorge an grösseren Gruppen von Migranten auch neue Formen der Seelsorgeteams einzuführen, in denen einheimische und fremdsprachige Priester und Laien, Seelsorgerinnen und Seelsorger gemeinsam die pastoralen Aufgaben wahrnehmen. Dies ist umso bedeutsamer, als heute vermehrt Pfarreiverbände gebildet werden.
  • Besondere Aufmerksamkeit verdienen jene Gruppen von Immigranten, die heute in unser Land kommen. Oft bringen sie ein anderes Kirchenverständnis mit und kennen die Strukturen der Kirche in unserem Land nicht. Für sie ist im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten ein eigener Seelsorger zu beauftragen, der ihnen auch das Gefühl des Angenommenseins durch unsere Kirche vermittelt. Die Fremdsprachigenseelsorger sind auf ihren besonderen Dienst vorzubereiten, wobei in bestimmten Fällen eine Art Vikariat in einer Pfarrei oder Mission in Betracht gezogen werden kann.

 VI. Schlussbemerkungen
  Die Bischofskonferenz ist sich der Aufgabe und der Verantwortung für die katholischen Immigranten bewusst. Sie kann ihren Dienst und ihre Leitungsaufgabe aber nur wahrnehmen in der Zusammenarbeit mit den Priestern und den Gläubigen, sowohl mit den einheimischen wie auch mit den fremdsprachigen. Zusammen bilden wir das eine Volk Gottes, das sich verbunden weiss im gleichen Glauben und das aus diesem Glauben immer mehr zu einer Einheit werden muss. Wir wünschen deshalb, dass dieser Bericht und die Empfehlungen von vielen Gliedern der Kirche und von engagierten Menschen in unserem Land gelesen und diskutiert werden; im besonderen wünschen wir, dass der Bericht in den verschiedenen kirchlichen Räten und Kommissionen besprochen wird und Wege zur Umsetzung der Empfehlungen gesucht werden. Wir werden alle Initiativen unterstützen, die beitragen, dass die Empfehlungen verwirklicht werden können. Gerne nehmen wir weitergehende Anregungen entgegen, die an unsere Stabskommission für Migration zu richten sind (Adresse: SKAF, Neustadtstrasse 7, 6003 Luzern, Tel. 041 210 03 47 / Fax 041 210 58 46).
  
  
  Für die Schweizer Bischofskonferenz
  
  + Mgr. Henri Salina CRA
  Bischof, Abt von St-Maurice
  Präsident
  
  P. Dr. Roland-B. Trauffer OP
  Sekretär
  
 Freiburg, 2. Februar 1996